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Nun ist es soweit: Das Sommerfest im Karolinenviertel kann beginnen! Es ist Samstag, der 22. Juli kurz nach 13 Uhr und im why not? Café in der Markstraße herrscht ein lebendiges, leicht hektisches Treiben. In der Küche finden die letzten Vorbereitungen für den internationalen Food Market statt, man hört Töpfe und Geschirr klappern, der Ofen und der Herd sind an, es ist warm, ein klein wenig stickig.

Organisiert wird das Sommerfest von Hannah Dietze und Sabrina Raap in Kooperation mit dem why not? Café, der Stadt Hamburg und dem Theaterverein Hajusom. Und die wochenlangen Vorbereitungen zahlen sich aus, das Fest ist gut besucht, neben den Helfern und Mitarbeitern des why not? kommen mehrere hundert Gäste zu der kleinen, grünen Parkanlage im Karolinenviertel.

Endlich verwandelt sich auch der starke, ergiebige Regen in leichten Nieselregen und es kann aufgebaut werden. Unter dem Motto Auf einem Teller um die Welt startet der Internationale Food Market. Das Prinzip ist einfach: Für nur fünf Euro kauft man einen Teller, mit diesem kann man dann von Stand zu Stand gehen und all die Köstlichkeiten aus fernen Ländern probieren. Angeboten wird Essen aus dem Iran, aus Syrien, Qatar, Afghanistan, Venezuela und Kolumbien. Es riecht nach fremden, exotischen Gewürzen, nach Curry, Safran und Chili.

„Wir haben hier Spinat mit Hähnchen und Kräutern“, erzählt Abdullah aus Syrien. Der 28jährige hat sein Essen selbst zubereitet, stand mehrere Stunden Zuhause in seiner kleinen Küche, hat sich viel Mühe gegeben.

„Es ist ein typisch syrisches Gericht“, fährt Abdullah fort, „dazu isst man bei uns Reis oder Brot.“ Abdullah teilt sich seinen Stand mit Salahudin aus dem Emirat Qatar. Salahudin hat einen speziellen Kartoffelauflauf mit Pilzen und viel Käse vorbereitet, außerdem gibt es Lammfleisch mit Tomaten und Reis.

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„Die Gäste sind ganz verrückt nach unserem Essen, es kommt wirklich gut an“, erzählt Salahudin zufrieden und deckt den Topf mit dem Reis mit einem Deckel ab, wartet auf den nächsten, hungrigen Gast, um ihn dann wieder zu öffnen.

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, die Stimmung ist fröhlich, ausgelassen, die Menschen sind gut drauf, amüsieren sich, haben Spaß. Da es nun trocken ist, kann auch endlich der Grill angeheizt werden. Es gibt verschiedene Fleischsorten, überwiegend jedoch Hähnchen und Lamm, eingelegt in einer Marinade aus Curry und Kräutern. Der Geruch von Holzkohle und Gewürzen liegt in der Luft, lässt einen hungrig werden, macht Lust auf mehr. Einen Stand weiter wird auch Essen aus Kolumbien und Venezuela angeboten.

„Das hier sind frittierte Kochbananen, ein Snack, der in meiner Heimat viel und gerne gegessen wird“, erklärt Sarah aus Kolumbien und zeigt auf einen Teller mit appetitlich aussehenden, rundlichen Fladen. „Dazu gibt es verschiedenen Dips, wir haben hier einen aus Tomaten, er ist leicht scharf, wir haben ihn mit Chili und ein wenig Ingwer abgeschmeckt. Und selbstverständlich darf eine typische Guacamole nicht fehlen!“ sagt sie und füllt einem Gast Essen auf seinen Teller.

Doch das Sommerfest besticht nicht nur durch gutes, vielfältiges Essen, nein, es gibt auch eine musikalische Darbietung: Der Iraner Alireza tritt mit seiner Band Coca auf. Die Band hat insgesamt vier Mitglieder, alle kommen aus dem Süden des Irans, aus der Stadt Abadan. Zusammen machen sie schon seit mehreren Jahre typisch iranische Musik. Die Bühne befindet sich in dem hinteren Teil des kleinen Parks, ist vorsichtshalber mit einer Art Zelt abgedeckt, wegen dem Regen. Vor der Bühne hat sich inzwischen das Publikum eingefunden und es sind wirklich viele, die sich die Darbietung nicht entgehen lassen wollen. Coca startet ihren Auftritt mit einem instrumentalen Stück, es klingt sehr melodisch, vielleicht ein wenig melancholisch, aber dennoch fröhlich, munter. Nach diesem Auftakt beginnt Alireza auf Persisch zu singen und plötzlich kennt die Menge kein Halten mehr. Es wird getanzt und geklatscht, die Stimmung ist ausgelassen und heiter. Nach und nach stürmen einige Iraner aus dem Publikum die Bühne und tanzen zusammen mit der Band. Und Alireza strahlt über das ganze Gesicht, man merkt deutlich, dass ihm die Musik im Blut liegt, dass sie seine ganze Leidenschaft ist. Der Auftritt wird zu einer großen, iranischen Party, die ausgelassene Atmosphäre auf der Bühne überträgt sich auf das Publikum davor, der Applaus nimmt stetig zu, überall Lachen, Fröhlichkeit und Vergnügen.
Insgesamt spielt Coca eine Dreiviertelstunde.

„Ich bin sehr zufrieden mit unserer Vorstellung“, sagt Alireza nach dem gelungenen Auftritt,“ und ich stehe einfach gerne auf der Bühne, es bringt mir Spaß, vor Publikum zu spielen.“

Und auch die Organisatoren Hannah und Sabrina sind begeistert: „Bis auf den Regen läuft alles nach Plan“, äußert sich Hannah, „unser Fest ist gut besucht, alle haben Spaß und auch das viele Essen ist alle geworden. Die Veranstaltung ist also ein voller Erfolg!“

Text: Sophie Martin             Fotos: Thorsten Wenning

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