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Es ist es dunkel, ein weiterer, klirrend kalter Montagabend im Dezember, an dem man froh ist, sich nicht allzu lange draußen aufhalten zu müssen. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es kurz nach 19 Uhr ist, als im why not? die Tische und Stühle zur Seite geräumt werden und rhythmische, melodische Salsa-Musik aus den Lautsprecherboxen ertönt.

TanztreffenSeit nun schon fast einem Jahr finden die regelmäßigen Tanztreffen unter der ehrenamtlichen Leitung von Anika Nicolaudius statt. Angefangen hat alles im letzten Winter mit den gut besuchten Latinopartys: Hier wurden die beliebten lateinamerikanischen Tänze wie Salsa, Bachata aber auch Merengue oder Reggaeton getanzt.

„Tanzen ist meine Leidenschaft, es ist für mich ein Ausdruck von Lebensfreude. Ich gehe selber gerne auf Partys und Festivals, besuche oft Workshops, da es mir Spaß bringt, mich zu bewegen. Auf den Latinopartys wurde ich dann öfter gefragt, ob ich nicht mal einige Schrittabfolgen zeigen könnte“, erzählt Anika, lacht dabei und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, So entstand die Idee mit den Tanztreffen und nach einigem Hin und Her hat sich schlussendlich der Montag als fester, wöchentlicher Termin konkretisiert. Die Teilnehmer sind bunt gemischt und man kann auch eigentlich nie so genau sagen, wie viele tatsächlich kommen. Einmal standen wir hier mit 15 Leuten, aber letzte Woche kam zum Beispiel niemand, leider.“

Die Treffen richten sich vor allem an Anfänger, die erstmal die Basics lernen wollen, aber auch an fortgeschrittene Teilnehmer. So kann jeder etwas von seinen Kenntnissen einbringen. „Tanzen verbindet, baut Vorurteile ab. Es ist egal, ob jemand aus Polen, Russland, Syrien, Afghanistan, Chile oder eben Deutschland kommt. Tanzen braucht keine Sprache, erklärt Anika weiter, berichtet dann von ihrem Urlaub auf Kuba im vergangenem Herbst: „Das Tanzen hat mir Türen geöffnet, ich bin so mit vielen, unterschiedlichen Menschen schnell und unproblematisch in Kontakt gekommen.“ Inzwischen ist es ein klein wenig voller geworden, die Musik füllt den Raum, lädt dazu ein, sich zu bewegen, macht gute Laune. Eine der jungen Frauen auf der improvisierten Tanzfläche ist Jenny aus Barcelona, Spanien. Sie befindet sich seit fast einem Jahr mit ihren beiden Söhnen in Deutschland, die Sprache bereitet ihr noch Mühe. Aber man merkt, dass ihr das Tanzen viel Freude bringt, sie lacht und ihre Augen leuchten. „Ich komme seit drei Monaten zu dem Tanztreffen“, äußert sie sich, „Beim Tanzen fühle ich mich frei, kann meine Probleme vergessen, bin für eine Weile glücklich.“

Und genau dieser Ansatz ist es, den Anika, die Diplom-Biologin ist und hauptberuflich als PR-Beraterin arbeitet, verfolgt. „Ziel ist es, dass die Menschen hier zusammenkommen und etwas Schönes gemeinsam machen. Aber auch, dass sie mal abschalten können. Manche von ihnen haben Schlimmes erlebt. Das Tanzen soll ihnen dabei helfen, auf andere Gedanken zu kommen, wieder Freude und Spaß zu fühlen“, erklärt sie, fügt dann hinzu: „Das Treffen richtet sich natürlich nicht nur an Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Auch Deutsche können mitmachen. Hier ist jeder willkommen.“

Getanzt wird immer montags von 19 bis 20 Uhr im why not?. Wer Interesse hat, kann gerne vorbeikommen oder sich auf Facebook der Gruppe why not? Bailamos! – Tanztreffen anschließen.

Text: Sophie Martin

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