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Wer in Deutschland leben und arbeiten möchte, muss Deutsch lernen. Sonst klappt das nicht mit der Integration. Eine Möglichkeit die deutsche Sprache zu lernen und einen Einblick in die Kultur und Geschichte Deutschlands zu bekommen, ist der Integrationskurs. Wer sich schon einmal mit Flüchtlingen und Migranten beschäftigt hat, hat den Begriff „Integrationskurs“ bereits einmal gehört. In den meisten Fällen wird allerdings immer nur darüber gesprochen, dass ein Flüchtling einen solchen Kurs besuchen muss und es ist auch klar, dass die Integrationskurse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert werden. Aber woraus besteht so ein Kurs eigentlich genau und was lernt man da alles? Wir erklären Euch, was ein Integrationskurs genau ist.

 

Inhalt und Ablauf der Integrationskurse

Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Der Sprachkurs ist wiederum in einen Basis- und einen Aufbaukurs unterteilt und dauert im Normalfall 600 Stunden. Das erfahrt Ihr auch, wenn ihr Euch auf der Seite des BAMF über den Integrationskurs informiert. Im Sprachkurs geht es, wie der Name schon sagt, darum, die deutsche Sprache zu erlernen. Hier werden Themen und Situationen aus dem alltäglichen Leben behandelt, zum Beispiel:

  • Einkaufen und Wohnen
  • Gesundheit
  • Arbeit und Beruf
  • Freizeit

Genau wie wenn Ihr eine neue Fremdsprache lernt, wie beispielsweise Englisch oder Französisch, fängt man auch beim Deutschkurs mit den Grundlagen an:

  • Ich heiße Stefanie.
  • Ich komme aus Deutschland.
  • Ich spreche Deutsch.
  • Guten Tag!
  • Hallo!
  • Auf Wiedersehen!
  • Tschüss!

Der Basiskurs ist in drei Module mit jeweils 100 Unterrichtseinheiten unterteilt (Schritt 1 bis Schritt 3). Im Anschluss folgt der Aufbaukurs, auch unterteilt in drei Module mit jeweils 100 Unterrichtseinheiten (Schritt 4 bis Schritt 6). Für jedes Modul gibt es ein eigenes Buch, das im Rahmen eines Kurses durchgearbeitet wird. Bis zum Ende des Sprachkurses bearbeitet der Deutschschüler also insgesamt sechs Bücher. Aus diesem Grund sind bei uns die Module auch nach den Büchern benannt, Schritt 1 bis Schritt 6. Am Ende des Sprachkurses nimmt der Teilnehmer an der Prüfung "Deutsch-Test für Zuwanderer" (DTZ) teil.

 

Was ist jetzt A1, A2 und B1?

Eigentlich spricht man bei den einzelnen Schritten und Modulen immer von bestimmten Sprachniveaus, die ein Schüler erreicht. Bei der Einordnung vom Sprachniveau spricht man von A1, A2 und B1.

  • A1 = Eingangsstufe bzw. Anfänger
  • A2 = Grundstufe
  • B1 = Mittelstufe

Eine Niveaustufe von einem Sprachniveau erreicht man mit zwei Modulen. Die Sprachniveaus sind nämlich in zwei Teile 1.1 und 1.2 unterteilt.

Basissprachkurs Deutsch

  • Modul 1 (Schritt 1) A1.1
  • Modul 2 (Schritt 2) A1.2
  • Modul 3 (Schritt 3) A2 .1

Aufbaukurs Deutsch

  • Modul 4 (Schritt 4) A2.2
  • Modul 5 (Schritt 5) B1.1
  • Modul 6 (Schritt 6) B1.2

Nicht jeder Schüler fängt den Integrationskurs mit Schritt 1 bzw. Modul 1 an. Manche können ja bereits ein bisschen Deutsch. Bei der Anmeldung wird immer ein Einstufungstest durchgeführt, um zu überprüfen, welches Sprachniveau der Schüler hat. Wenn schon Deutschkenntnisse vorhanden sind, kann der Teilnehmer auch bei einem fortgeschrittenen Modul einsteigen.

Bei dem Einstufungstest werden folgende Bereiche getestet:

  • Hören
  • Sprechen
  • Lesen
  • Schreiben

LearningHat der Schüler noch keine Lese- und Schreibkenntnisse, macht es Sinn vorher erst einmal einen Alphabetisierungskurs zu machen. Es ist nämlich gar nicht so einfach lateinische Schriftzeichen zu benutzen, wenn man bisher nur Arabisch geschrieben hat ;-) Manche Migranten haben auch noch nie eine Schule besucht, sie fangen ganz am Anfang an. Neben A1, A2 und B1 gibt es auch noch B2, C1 und C2, für diese Sprachstufen bieten wir im why not? aber keine Kurse an.

Im Anschluss an den Sprachkurs folgt der Orientierungskurs mit 100 Unterrichtseinheiten. Hier geht es darum, dass die Schüler unter anderem die deutsche Rechtsordnung, Geschichte, Kultur und die Werte, die in Deutschland wichtig sind (Religionsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung von Frauen und Männern), kennenlernen.

Der Orientierungskurs endet mit dem Abschlusstest "Leben in Deutschland".

 

Was erwartet mich im Test “Leben in Deutschland”?

Jeder Testteilnehmer bekommt einen Fragebogen mit insgesamt 33 Fragen. Auf dem Fragebogen gibt es zu jeder Frage vier mögliche Antworten. Die Teilnehmer müssen jeweils die richtige Antwort ankreuzen. Für 33 Fragen haben die Teilnehmer 60 Minuten Zeit. Der Test ist bestanden, wenn mindestens 15 von 33 Fragen richtig beantwortet wurden. Und weil die Fragen gar nicht alle so einfach sind, könnt Ihr Euer Wissen anhand der folgenden drei Fragen jetzt auch einmal testen:

 

Meinungsfreiheit in Deutschland heißt, dass ich

  • auf Flugblättern falsche Tatsachen behaupten darf.
  • meine Meinung in Leserbriefen äußern kann.
  • Nazi-Symbole tragen darf.
  • meine Meinung sagen darf, solange ich der Regierung nicht widerspreche.

Was versteht man unter dem Recht der „Freizügigkeit“ in Deutschland?

  • Man darf sich seinen Wohnort selbst aussuchen.
  • Man kann seinen Beruf wechseln.
  • Man darf sich für eine andere Religion entscheiden.
  • Man darf sich in der Öffentlichkeit nur leicht bekleidet bewegen.

Wer schrieb den Text zur deutschen Nationalhymne?

  • Friedrich von Schiller
  • Clemens Brentano
  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Heinrich Hoffmann von Fallersleben


Alles ohne Problem gewusst? Falls nicht, ganz am Ende gibt es die Lösung.

Der Integrationskurs wird in Vollzeit und in Teilzeit angeboten. Bei uns im why not? in der Marktstraße findet der Integrationskurs in Teilzeit statt, das heißt es gibt 15 Unterrichtseinheiten pro Woche. Die Kurse in der CityChurch sind Vollzeitkurse mit 20 oder 25 Unterrichtseinheiten in der Woche.

Für die Integrationskurse in beiden why not?-Standorten kann man sich im why not? in der Marktstraße immer donnerstags anmelden.
Die Anmeldung startet um 12.30 Uhr.

Lösung Test „Leben in Deutschland“: 1b, 2a, 3d

Text: Stefanie Aßmann Fotos: Pexels

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