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Lawand Ali musste 2015 seine Heimat Syrien verlassen. Wie hat sich diese Flucht angefühlt? Was unterscheidet das Leben hier in Deutschland von dem in Syrien? Und welche Träume und Hoffnungen hat der junge Kurde? Diese und weitere Fragen beantwortet Lawand Ali in dem folgenden Gespäch: authentisch und bewegend, aufrüttelnd und emotional.

 

 Magst Du Dich einmal vorstellen?

„Ich heiße Lawand Mohammad Ali und bin 23 Jahre alt. Zurzeit wohne ich in Pinneberg.“

 

Du kommst aus Syrien. Aus welchem Teil des Landes genau?

„Ich komme aus Afrin, einer Stadt in Nordsyrien.“

 

Wann bist Du aus Syrien geflohen?

„Ich bin im Jahr 2015 geflohen.“

 

Bist Du direkt nach Deutschland gekommen oder warst Du zunächst in einem anderen europäischen Land?

„Nein, ich war zunächst für ein Jahr in Griechenland.“ 

 

Bist Du alleine hierhergekommen? Wo befindet sich Deine Familie?

„Ich bin mit meiner Familie hierhergekommen und wir leben zusammen in Deutschland.“ 

 

Wie sah der typische Alltag in Syrien aus?

„Männer und Frauen waren in ihren Geschäften und die Kinder in der Schule. Unsere Familien besuchten ihre Nachbarn täglich. Die jungen Leute verbrachten ihre Zeit mit ihren Freunden. Jeder arbeitet, es gibt niemanden ohne Arbeit. Das Leben in Syrien war ruhig und sehr einfach.“

 

Seit wann bist Du in Deutschland?

„Ich bin seit einem Jahr und 6 Monate in Deutschland.“

 

Was waren Deine ersten Gedanken, als Du in Deutschland angekommen bist?

„Mein erster Gedanke war, dass ich meine Studien beenden könnte, welches ich in Syrien hinter mir gelassen hatte. Dann dachte ich, dass ich hier vielleicht eine gute Arbeit finden könnte.“

 

Was sind die größten Unterschiede zwischen dem Leben hier in Deutschland und dem in Syrien?

In Syrien kann ich meine persönliche Meinung nicht äußern, hier in Deutschland ist das Gegenteil der Fall. In Syrien ist das tägliche Leben ohne Nachbarn nicht vorstellbar, aber hier in Deutschland schon. Bis jetzt weiß ich nicht, wer mein Nachbar überhaupt ist. Und das Wetter ist anders, in Syrien hat man vier Jahreszeiten, hier in Deutschland ist es dagegen immer kalt. Und Deutschland ist ein Industrieland, während Syrien ein Agrarland ist. In Syrien gibt es dazu noch sehr viel schöne Handarbeit.“

 

Wie schwer war (ist) es für Dich, die deutsche Sprache zu lernen?

„Die deutsche Sprache ist wirklich sehr schwierig, weil ich bis jetzt keine deutschen Freunde habe, mit denen ich sprechen könnte.“

 

Würdest Du Dich selber als gut integriert bezeichnen?

„Natürlich nicht, nein. Es gibt keine integrierten Menschen im dieser Welt.“

 

Wie gestaltest Du Dein Leben hier in Hamburg?

„Ich lerne Deutsch im Integrationskurs bei der Diakonie Pinneberg, danach möchte ich eine gute Ausbildung finden um später hier in Hamburg zu arbeiten.“

 

Was gefällt Dir an Deutschland?

„In Deutschland gefällt mir, dass man viele Möglichkeiten hat. Jeder bekommt seine Chance, dass er seine Träume verwirklichen kann. Dazu kommt, dass die Leute wirklich sehr nett sind, niemand redet zum Beispiel nur mit dir zu seinem persönlichen Vorteil.“

 

Und was vermisst Du aus Deiner Heimat?

„Ich vermisse meine große Familie, unsere Feiern bei meinem Opa im Haus.“

 

Was wünscht Du Dir für die Zukunft deines Heimatlandes Syrien?

„Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Krieg in meiner Heimat endet und dass die Menschen in ihr altes Leben zurückkehren können.“

 

Interview und Fotos: Sophie Martin

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