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„Als ich zum ersten Mal zum Sprachcafé ins why not? in der Markstraße in Hamburg St. Pauli gekommen bin, wurde ich direkt mit offenen Armen empfangen“, erzählt Kirsten und lacht. Eigentlich hat die 50-Jährige mit ihrem Job in einer PR-Agentur im nahen Schanzenviertel genug Trubel um die Ohren. Und trotzdem versucht Kirsten jeden Montag um 18.30 Uhr zum Sprachencafé zu kommen. Weil sie Sprachen liebt. Und neugierig auf Menschen aus anderen Kulturen ist. Auch heute hat sie Kekse für sich und die Teilnehmer mitgebracht, bei etwas Süßem unterhält es sich leichter.

Kirsten ist jetzt seit September letzten Jahres dabei.

„Ich bin in der christlichen Gemeinde im Stadtteil Mundsburg aktiv, habe dort im Rahmen der Flüchtlingsproblematik vom why not? gehört. Da ich eine Affinität für Sprachen und fremde, ferne Länder habe, war für mich sofort klar: Das Sprachcafé muss ich mir anschauen!“

Guido Cremerius absolviert im Rahmen seines Studiums gerade ein Praktikum im why not? und bei dem Netzwerk FLUCHTort Hamburg 5.0. In dem nachfolgenden Gespräch erklärt er, was er an seinem Studiengang so schätzt, mit welchen Herausforderungen er sich täglich konfrontiert sieht und was genau Integration für ihn bedeutet.

 

Stell dich bitte einmal kurz vor!

„Mein Name ist Guido Cremerius, ich bin 23 Jahre alt, komme ursprünglich aus Mönchengladbach und bin jetzt seit circa zweieinhalb Jahren in Hamburg. Ich studiere soziale Arbeit im fünften Semester an der Hochschule, darüber hinaus bin ich Praktikant im why not?. Hier absolviere ich mein Vollzeitpraktikum für mein Studium, angefangen habe ich letztes Jahr im April mit einem Arbeitstag pro Woche, seit September haben wir auf vier Tage aufgestockt.“

Dagmar Bermig über ihre Arbeit als Lehrkraft und Koordinatorin der Deutschkurse im why not? Café.

 

Stell Dich doch bitte einmal kurz vor!

„Mein Name ist Dagmar Bermig. Ich habe in Dresden Russisch und Erdkunde studiert, promovierte später und habe dann Russischkurse gegeben. 1993 bin ich mit meiner Familie nach Hamburg gekommen und seit dem Jahr 2000 bin ich im freiberuflichen Bereich tätig. Ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache bis zum Niveau C1 und habe unter anderem an der technischen Universität in Hamburg Harburg gearbeitet.“

Es ist es dunkel, ein weiterer, klirrend kalter Montagabend im Dezember, an dem man froh ist, sich nicht allzu lange draußen aufhalten zu müssen. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es kurz nach 19 Uhr ist, als im why not? die Tische und Stühle zur Seite geräumt werden und rhythmische, melodische Salsa-Musik aus den Lautsprecherboxen ertönt.

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl 2009 im Iran, bei der erneut Mahmud Ahmadinedschad als Sieger hervorging, steigt die Zahl der iranischen Asylsuchenden in Deutschland stetig an. 2008 stellten um die 815 Iraner und Iranerinnen einen Antrag auf Asyl, fünf Jahre später, 2013, waren es schon 4.424 Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchten. Einer von ihnen ist Behrouz Pordel. Der 37-jährige erzählt in dem nachfolgenden Gespräch von seiner Flucht über die Türkei, von seinen Schwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache und davon, dass er eigentlich schon gut in Hamburg angekommen ist.

Im why not? kommen seit vielen Jahren Menschen aus unterschiedlichsten Ländern zusammen. Sowohl bei den Deutschkursen, als auch bei diversen anderen Angeboten und Veranstaltungen des why not? verbringen sie eine schöne Zeit zusammen und tauschen sich aus.

Auch am Freitag gab es mal wieder einen bunten Abend, an dem Mitarbeiter und Ehrenamtliche zu einem Japanischen Abend zusammenkamen. Iraner, Latinos, ein Sudanese, ein Ägypter und einige Hamburger saßen in gemütlicher Runde zusammen und ließen sich von der Japanerin Ayano zeigen, wie man Sushi macht. Es war ein großer Spaß und einige missglückte, aber auch sehr viele gut gelungene Sushirollen kommen zustande. Lecker waren sie aber alle!

In der zweiten Herbstferienwoche ist es wieder soweit: Wir können dank weiterer Förderung erneut Kunstkurse für Kinder und Jugendliche anbieten!

Diesesmal wird es zwei verschiedene Kurse geben:

Vom 24. – 28. Oktober 2016 wird ein Bastelkurs für Kinder sowie ein Musikkurs (Gesang) für Jugendliche angeboten, jeweils von 15.30 – 18.00 Uhr. Der Musikkurs wird nach der Workshop-Woche wöchentlich weitergeführt bis zum Ende des Jahres – und zwar immer samstags und wird mit einem öffentlichen Auftritt enden.

Die Kunstkurse für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien sind erfolgreich mit einer Vernissage geendet. Was ein Spaß dieser August war für alle Beteiligten!

Und erstaunlich, was so ein Kunstkurs alles noch so mit sich bringt... Bereits während des Holzkurses in den Sommerferien herrschte eine schöne Stimmung zwischen den Teilnehmer_innen. Zwei Wochen lang bohrten und schraubten sie an unterschiedlichen Werken herum, spielten Tischtennis in der Pause (mit selbstgebauten Tischtennis-Schlägern), zeigten sich Musik und Videos und erzählten Geschichten aus ihrem Leben. Es gab viel zu lachen. Der letzte Tag war fast wie Abschied nehmen - doch wenig später sollten sich schon alle bereits wiedersehen. Denn Tufan lud die Truppe zum Essen ein.