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Gerade witzelte er noch im Café mit einer Lateinamerikanerin darüber, dass er 15 kg abnehmen müsse, um eine Frau kennenzulernen. Wenig später lässt mich Jorge* aber in einem Gespräch erfahren: Er sei nicht zwingend auf der Suche nach einer Frau. Klar, er würde sich gerne verlieben und heiraten, eine Frau finden, mit und an der er geistig und spirituell wachsen könne, wenn er so eine denn mal kennenlernen würde. Aber einfach so, ohne Liebe zu heiraten, das wolle er nicht. „Ich möchte mir nicht mein Leben kaputt machen, nur wegen den Papieren.“

Jorge ist 45 Jahre alt und ein Freund des why not?. Er hat keine Papiere, ist also "illegal" hier. Vor 2,5 Jahren kam er nach Deutschland. Geplant war dies nicht. Ursprünglich wollte der sympathische Buchhalter, der aus Mittelamerika kommt, mit einem Freund in die USA fliehen. Denn sein Land befand sich in einer kritischen finanziellen Situation. Nachdem er – nach 13 Jahren - seinen Job bei der Bank verlor und vergebens nach einem neuen suchte und suchte und suchte, fassten die beiden den Beschluss: Sie wollten ein besseres Leben, ein neues Leben in einem anderen Land beginnen. Dafür wollten sie den „nassen“ Weg über Mexiko nehmen; also über den Fluss nach Texas schwimmen. Vier Versuche planten sie, doch immer wenn sie kurz vor dem Aufbruch waren, kam etwas dazwischen. Zuletzt der Tod des Vaters seines Freundes. So entschied Jorge, sich alleine auf den Weg zu machen.

Am 6.11. und 7.11. ist es soweit: Wir wollen mit euch jammen, tanzen, trinken und feiern (Party / Freitag)! Und wir wollen mit euch diskutieren, euch zum Mitfühlen, Miterleben und Mitdenken anregen (Workshops / Samstag). Und das alles für einen guten Zweck: Denn mit den generierten Spenden werden die Sprachkurse für die – inzwischen oft schon in Vergessenheit geratenen – Lampedusa-Flüchtlinge finanziert.

PARTY

Der Freitagabend startet um 21 Uhr mit einer Jam Session, die zum Mitmachen einlädt. Schnappe dir ein Instrument oder ein Mikro und lass dich von den Beats treiben – oder höre bei einem kühlen Getränk einfach nur zu. Tanzen kann man dann anschließend zu unterschiedlichster internationaler Musik. Entweder zu der „lauten“ Musik, die im Raum gespielt wird, oder aber du schnappst dir einen Kopfhörer und wählst zwischen verschiedenen Kanälen – afrikanische, persische und lateinamerikanische DJ´s werden gleichzeitig auflegen. Du hast die Wahl! It´s Kopfhörerparty-Time!

Heute möchten wir euch einen Menschen vorstellen der zwar nicht direkt etwas mit dem why not? zu tun hat, der sich aber in einer ähnlichen Einrichtung weit über das Maß eines „Ehrenamtlichen“ hinaus einbringt und hilft wo seiner Meinung nach zu helfen ist. Wir stellen vor: Phillipp Tenta aus dem beschaulichen Bünde in Ostwestfalen. Ich kenne Phillipp schon seit einigen Jahren. Kennengelernt habe ich ihn zunächst als brillianten Jazzmusiker, was nicht verwundert. Schließlich ist Phillipp studierter Musiker und Komponist. Später hat er mir eines seiner großartigen Bücher überlassen, welches ich verschlungen habe. Irgendwann haben wir angefangen uns von „Schreiberling zu Schreiberling“ auszutauschen.


Bei diesen Gesprächen ist auch immer wieder sein überaus großes soziales Engagement und die Tatsache das sein Umfeld diesem zu einem nicht unerheblichen Teil mit einer gesunden Skepsis begegnet, ein Thema gewesen. Als ich jetzt in der regionalen Tageszeitung lesen konnte, dass Phillipp ebenfalls ehrenamtlich in einem Flüchtlingscafe arbeitet und sich sogar zusammen mit seiner Frau Brigitte dazu entschieden hat 2 minderjährige Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, war der Moment gekommen in dem ich beschloss ihn einmal zu befragen. 
Und Phillip hat viel zu sagen ...



Ich habe mich mit Pune zum Interview verabredet. Pune arbeitet ehrenamtlich als Dolmetscherin im why not?, kocht dort auch und möchte mir ihre Geschichte erzählen.
 Da das Wetter an diesem schönen Spätsommertag dazu einlädt, treffen wir uns im Ölmühlenpark, direkt vor dem why not?. 
Mir gegenüber steht eine energische Frau mit einem kräftigen Händedruck deren Herzlichkeit nicht eine Sekunde aufgesetzt oder gekünstelt wirkt. Pune ist einfach so, eben Pune. Das wird sich im Laufe des Interviews noch mehrfach zeigen.

Am 22. September war es soweit. Unter dem Motto „Integration und internationale Begegnung“ wurde unser neues why not? in Hamburg Lokstedt eröffnet. Das Café befindet sich in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde in der Emil-Andresen-Straße 34. Die Eröffnung, zu der wir ca. 100 Gäste begrüßen durften, war geprägt von einer gespannten Stimmung auf das, was sich hier in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Es wurde viel gelacht, gut gegessen und Ideen gesammelt, was möglich ist, um das Café zu einem beliebten Ort des interkulturellen Austausches werden zu lassen. Wir werden oft gefragt, wie es eigentlich dazu kam, dass neben dem unserem why not? auf St. Pauli noch ein weiteres eröffnet wird. Hier ein kleiner Rückblick..

Die Eröffnungsrede war wie auf das Projekt MULTI+Plus zu geschneidert. Julia Wöhlke, die erste Vorsitzende, sprach sich ausdrücklich dafür aus, dass Beruf und Bildung einer der wichtigsten Schritte im Integrationsprozess sind. Das Projekt MULTI, das dieses Jahr sein 10 jähriges Jubiläum feiert und seit zwei Jahren nun als MULTI+Plus durchgeführt wird, macht sich genau dafür stark. Im Rahmen dieses Projektes bekommen minderjährige unbegleitete Flüchtlinge die Möglichkeit einen unterstützenden Deutschkurs zusätzlich zu ihrem Schulunterricht zu besuchen. Damit ist es jedoch meist noch nicht getan und so entschied sich die Leitung des Projekts, Fe-Muin Ruf, dieses zu erweitern.

Wenn irgendwo in der Welt ein neuer Krieg tobt oder eine Hungersnot ausbricht, stehen Menschen aus diesen Teilen der Welt einige Monate später im why not?. Glen Ganz, Einrichtungsleiter des why not?, berichtet, wie Hamburger helfen, warum er die Ängste der Flüchtlingsgegner versteht und wieso Migranten für unsere Gesellschaft überlebenswichtig sind.

Was bedeuten die gestiegenen Flüchtlingszahlen für das why not??

Wir als Einrichtung kommen langsam an unsere Grenze, viel mehr Flüchtlingen können wir nicht helfen. Unsere Ausgaben für Wasser, Strom und Essen sind in diesem Jahr um 25 Prozent gestiegen. Wir müssen überlegen, wie es nächstes Jahr weitergeht. Im Moment haben wir in unseren Sprachkursen 180 Teilnehmer, für eine kleine Einrichtung wie uns ist das sehr viel. Was schön ist: Die Zahl der Ehrenamtlichen hat sich in den letzten Monaten verdoppelt. Die Leute stehen einfach vor der Tür und wollen helfen. Über 60 Ehrenamtliche kochen, unterrichten, machen Gottesdienste, beraten oder begleiten Flüchtlinge zu Behörden.