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Seit der umstrittenen Präsidentenwahl 2009 im Iran, bei der erneut Mahmud Ahmadinedschad als Sieger hervorging, steigt die Zahl der iranischen Asylsuchenden in Deutschland stetig an. 2008 stellten um die 815 Iraner und Iranerinnen einen Antrag auf Asyl, fünf Jahre später, 2013, waren es schon 4.424 Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchten. Einer von ihnen ist Behrouz Pordel. Der 37-jährige erzählt in dem nachfolgenden Gespräch von seiner Flucht über die Türkei, von seinen Schwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache und davon, dass er eigentlich schon gut in Hamburg angekommen ist.

Im why not? kommen seit vielen Jahren Menschen aus unterschiedlichsten Ländern zusammen. Sowohl bei den Deutschkursen, als auch bei diversen anderen Angeboten und Veranstaltungen des why not? verbringen sie eine schöne Zeit zusammen und tauschen sich aus.

Auch am Freitag gab es mal wieder einen bunten Abend, an dem Mitarbeiter und Ehrenamtliche zu einem Japanischen Abend zusammenkamen. Iraner, Latinos, ein Sudanese, ein Ägypter und einige Hamburger saßen in gemütlicher Runde zusammen und ließen sich von der Japanerin Ayano zeigen, wie man Sushi macht. Es war ein großer Spaß und einige missglückte, aber auch sehr viele gut gelungene Sushirollen kommen zustande. Lecker waren sie aber alle!

In der zweiten Herbstferienwoche ist es wieder soweit: Wir können dank weiterer Förderung erneut Kunstkurse für Kinder und Jugendliche anbieten!

Diesesmal wird es zwei verschiedene Kurse geben:

Vom 24. – 28. Oktober 2016 wird ein Bastelkurs für Kinder sowie ein Musikkurs (Gesang) für Jugendliche angeboten, jeweils von 15.30 – 18.00 Uhr. Der Musikkurs wird nach der Workshop-Woche wöchentlich weitergeführt bis zum Ende des Jahres – und zwar immer samstags und wird mit einem öffentlichen Auftritt enden.

Die Kunstkurse für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien sind erfolgreich mit einer Vernissage geendet. Was ein Spaß dieser August war für alle Beteiligten!

Und erstaunlich, was so ein Kunstkurs alles noch so mit sich bringt... Bereits während des Holzkurses in den Sommerferien herrschte eine schöne Stimmung zwischen den Teilnehmer_innen. Zwei Wochen lang bohrten und schraubten sie an unterschiedlichen Werken herum, spielten Tischtennis in der Pause (mit selbstgebauten Tischtennis-Schlägern), zeigten sich Musik und Videos und erzählten Geschichten aus ihrem Leben. Es gab viel zu lachen. Der letzte Tag war fast wie Abschied nehmen - doch wenig später sollten sich schon alle bereits wiedersehen. Denn Tufan lud die Truppe zum Essen ein.

Internationaler geht es kaum! An einem Grill stand Rene aus Honduras und legte Hühnerkeulen auf, nebenan am anderen Grill brutzelte Jeff aus Nigeria Steaks. Und auf der Wiese zwischen Barbeque und Backsteinvilla hatte Marlies aus Deutschland Spiele für die Kinder organisiert.

So feierte die Peace Chapel Hamburg ihr Sommerfest. Der Ort hätte kaum besser sein können. Eine riesige Wiese zum Spielen, Biertische zum Schmausen, eine Veranda vor der Villa für die Band und ein kleiner Teich vor dem Haus, in dem zwar ein Fußball verschwand, dann aber wieder gerettet werden konnte. Die Kinder spielten Sackhüpfen, Ringewerfen und pusteten Seifenblasen. Und bei Gegrilltem und selbstgemachten Salaten ging es auch den Großen richtig gut.

Der erste Teil des 4-wöchigen Kunstkurs-Angebots (Ferienprogramm des why not?) ist erfolgreich zu Ende gegangen. Die Kids hatten eine Menge Spaß beim Basteln, Malen und Handwerkeln. In der Holzwerkstatt wurden Tischtennisschläger, Schachspiele, Hocker, Regale, Gitarren und vieles mehr gebaut. Im Basteln&Malen-Kurs wurden Jutebeutel bedruckt, Kunstwerke aus Ton getöpfert und es sind viele schöne bunte Bilder entstanden.

Mit viel Kreativität, Konzentration und Spaß waren die Kids dabei.

Im why not? gibt es jeden Tag ein warmes Mittagessen. Gekocht wird von verschiedenen ehrenamtlichen Helfern aus aller Welt. Es gibt keine Qualifikation, die man zum Kochen benötigt. Kochen darf wer Lust darauf hat und kochen kann ;-)

Freitags kocht immer Hossein. Hossein hat in Deutschland kochen gelernt, zuhause mit seinem Smartphone und mit Hilfe von YouTube Videos. Irgendwann hat Hossein dann angefangen im why not? zu kochen. Was es zu essen gibt, entscheidet er selbst.

Wenn Hossein kocht, gibt es meistens persische Gerichte aus seiner Heimat. Er hat aber auch schon italienische Rezepte ausprobiert. Die deutsche Küche verbindet Hossein mit Kartoffeln – in allen möglichen Variationen.

Vorbemerkung:
 Dieses Interview hat eine Vorbereitungszeit von gut 4 Monaten gebraucht. Ich habe Sherzad (13) das erste Mal im November 2015 zusammen mit seinen Pflegeeltern Phillip, den ich im letzten Interview porträtiert habe, und seiner Frau Brigitte, kennengelernt und war überrascht, wie offen, freundlich und völlig vorbehaltlos dieser kleine Kerl schon durch sein „neues“ Leben, in einem für ihn noch völlig fremden Land, geht.
 Und trotzdem, bei genauerem hinhören und -schauen bemerkt man recht schnell das Sherzad vieles hinter sich hat an dass er nicht mehr erinnert werden möchte. Also keine günstigen Voraussetzungen für ein Gespräch in dem es um Flucht gehen soll. Inzwischen ist Sherzad komplett angekommen, geht aufs Gymnasium, spricht hervorragend Deutsch und ist der Star im einheimischen Fußballteam. Also vielleicht ein guter Moment um sich langsam wieder an das Thema heranzutasten.

Ich treffe Sherzad an einem Sonntagmorgen, zusammen mit seinen Pflegeltern, bei einem entspannten Frühstück. Im Vorfeld ist mit diesen abgesprochen dass sie sofort einschreiten wenn es für Sherzad zu viel wird.
 Sherzad hat seinen großen Bruder Servan (19) mitgebracht, der ebenfalls hervorragend deutsch spricht. Wir beschließen spontan ein „Geschwisterinterview“ daraus zu machen. Das daraus dann eine Geschichte wird die einfach tief bewegt, war so nicht geplant, macht dieses Gespräch aber im Nachhinein umso wichtiger und notwendiger.